Worte
Lachende Worte
verstecken nur schlecht
meine kalte Wut.Pochende Worte
-- bald nur ein Rinnsal,
vertrocknetes Blut.Kochende Worte
verlieren schon
auf der Zunge den Klang.Zerbrochene Worte
dringen nach außen.
KrähengesangDezember 2000
Licht
Ganz durchpulst
von Licht und Leben
Lausch ich
wie die Töne des Sommers
verwehn...
Sich, fast unmerklich,
mit meinen Träumen verweben
Und in des Windes Rauschen
übergehnIch erhebe die Stimme,
singe mein Lied
Tanze einen Reigen
durch Sonne und Wind
Kann nun endlich sehen
was niemand sieht:
Die Farben, die dem Glück
manchmal eigen sind.Dornach, CH, 9.8.2000
Salz & Sonne
Zwischen der Sonne
und meinem pochenden Blut
Spüre ich dein Lächeln
meine Nase kitzeln -
Ich höre die Gischt
an die Felsen spritzen
- traumnah -
Ich fühl mich gutDie Wellen steigen,
heran tost die Flut.
Deine Lippen scheinen stumm
in die Stürme zu flüstern -
Der salzige Wind
erwidert dein Wispern
- traumklar -
Ich fühl mich gutPlötzlich erfüllt mich
eine wilde Wut:
Warum kann dies alles
nicht wirklich sein?
Du lächelst und schweigst,
springst von Stein zu Stein
- traumwahr -
Lässt mich allein.Sommer 2000
Blaue Flügel
Am liebsten würd ich
blaue Flügel haben
Die mich an die Meere,
zu den Bergen tragen
Fort! Wohin ich will!Am liebsten würd ich
durch dein Fenster schauen
Lächelnd dich umarmen sacht
im Morgengrauen
Schnell verschwinden, still.9.9.99
Das Vergessen
Das Vergessen ist das Grab
in dem du ertrunken bistDie Lügen sind die Würmer
die nun an dir nagenDie Scham ist dein Grabstein
der dich fast erdrücktNur die Krähen sind deine Freunde
die dich Nacht für Nacht zu den Sternen tragenIm Februar 1997
Der komplette Gedichtband
Krähengesang
Teenagergedichte 1994-2000
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